Entdecken Sie verborgene Schätze und charmante Details abseits der bekannten Pfade. In Rotenburg a. d. Fulda gibt es zahlreiche besondere Orte, die Geschichten erzählen und zum Staunen einladen. Ob sagenumwobene Figuren, kunstvolle Skulpturen oder geschichtsträchtige Brunnen – lassen Sie sich überraschen. Sollten Ihnen Informationen fehlen, helfen wir auch gerne persönlich weiter: Tel: 06623 5555 | E-Mail: tourist-info@rotenburg.de
Der Bornschisser
Der Schlosspark, auch von den Landgrafen angelegt, ist heute ein wahrer Volkspark geworden. Ein ungewöhnliches Motiv findet man auf einem Stein in der Mitte der Anlage, es zeigt einen Mann mit heruntergelassenen Hosen auf einem Brunnen. Dieser Stein soll an den Spottnamen der Rotenburger erinnern: die »Bornschisser«.
Einer Sage nach wurden die Rotenburger im Mittelalter von Räubern, Plünderern und Dieben heimgesucht. Sie nisteten sich in der Burg auf dem Hausberg (heute: Ruine Burg Rodenberg) ein. Um sie zu vertreiben, überlegten sich die rechtschaffenen Bewohner eine unflätige Kriegslist: Sie verunreinigten Quellen und Brunnen der Burganlage derart – unter anderem mit ihren eigenen Fäkalien – dass die Landplacker den Hausberg verlassen mussten. Somit wurden die Einwohner von Rotenburg zu den »Rotenburger Bornschissern«, einem sagenhaften Namen, der auch heute noch geläufig ist.
Holzskulptur »Moses«
Die Skulptur vor dem ehemaligen jüdischen Ritualbad soll an die Mikwe in der einst blühenden jüdischen Gemeinde Rotenburg an der Fulda erinnern und zugleich jüdische Religiosität und Überlieferung mit künstlerischen Mitteln darstellen und vergegenwärtigen. (Künstler: Martin Schaub, Rotenburg an der Fulda.)
Formal gestalterisch wichtig ist der Gegensatz von Abwärtsbewegung (fließendes Wasser, herab steigende Beine, wallender Bart Moses, wie auch die Schwere der Gesetzestafeln) und Aufwärtsbewegung (Flügel, ringelnde Schlange, Kerzenflammen, Pflanzen, geöffnete Hand, Thorarolle). Vier Elemente bestimmen den inhaltlichen Aufbau der Skulptur: Mikwe, Mose, Schabbat und Davidstern.
Steinskulptur »Fulda«
Der heimische Bildhauer und Künstler Martin Schaub hat in 2003 die Steinskulptur aus Sandsteinen der alten Fuldabrücke geschaffen. Der Künstler hat in seine Skulptur ein originelles Bilderrätsel verpackt. Die »Fulda« in Gestalt einer jungen Frau mit langen Haaren steht auf einem Steinsockel. Umgeben ist sie von drei Figuren, die jeweils einen Teil des korrekten Namens von Rotenburg bildhaft darstellen. Links von ihr steht der Konne mit Fuldabrücke, Stiftskirche und Wasserflasche aus eigener Quelle im Arm, der die Stadt darstellen soll. Hinter ihr steht ein Kerl mit Namen »An«, der seine Hände dicht an »Fulda« gelegt hat, während ein anderer Kerl vor ihr, mit Namen »Der«, auf sie zeigt und sagen will: »… der bin ich total verfallen«.
Der Kump
Der Kump wurde bereits im Jahre 1579 erwähnt. Zu dieser Zeit stand er noch mitten auf dem Marktplatz zwischen der Kirche und dem Rathaus. Er hat einen Durchmesser von 3 m mit einem Vierkantpfeiler mit Wasserspeiern in der Mitte. Die Verlegung an seinen jetzigen Standort fand im Jahr 1835 statt.
Schlosspark
Der Schlosspark (Baum- und Lustgarten) wurde nach 1570 von Landgraf Wilhelm IV. angelegt mit seltenen Bäumen, Sträuchern, Rosen und Obstgehölzen aus der ganzen Welt. Die Erstanlage erfolgt als Renaissanceanlage. Die den Park umschließende Mauer war ursprünglich von 1577. Später erfolgte die Umwandlung zum Barockgarten und in den Jahren ab 1794–1813 beschloss man die Anpassung an den englischen Gartenstil. Er war lediglich der Fürstenfamilie und deren Gästen zugänglich. Seit 1933 wurde der Park allen Bürgern zugänglich gemacht.
Schlossbrunnen Schlossgasse
Der Schlossbrunnen liegt unmittelbar am Weißen Haus. Es handelt sich um einen Sandsteintrog mit abgerundeten Ecken und Spundloch an der rechten Schmalseite. Die Erbauung fand vor 1800 statt.
Fulda mit Wehr und Schleuse
Seit der Stadtgründung trennt die Fulda Alt- und Neustadt. Die Fulda diente unseren Vorfahren als Wasserreservoir und Nahrungslieferant. Sie wurde als Tiertränke, Löschwasserbecken, Sportplatz (bei Eis im Winter), Waschplatz, Verkehrsweg (Hersfeld bis Hann. Münden) und Schwimmbad sowie als Arbeitsplatz (z.B. Lohgerber) genutzt.
Bürgerhaus (Brückengasse 13)
Das im 30-jährigen Krieg zerstörte Fachwerkhaus von 1540 wurde 1698 neu erbaut, an den Gefachen im Erdgeschoss mit reicher Bauzier, im 19. Jahrhundert mit Stichbogenfenstern erneuert. Wohnsitz der Familie Stückrad (Ratsherren und Amtmänner), später Färberei und Textilwaren (Familie Sinning).
Herren-Mühle
Vom Landgrafen 1612 am Neustädter Ufer der Alten Brücke erbaut. 1923 abgebrannt, ab 1939 als Elektrizitätswerk neu errichtet. Noch heute wird mittels Turbinen Strom gewonnen. Das Wasserkraftwerk kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.
Informationen:
Frau Haag Lorenz,
Hinter der Mühle 4,
Tel. 06623 7455
Webseite: www.kraftwerk-haag.de
Brotgasse
Vielfach verzierte Fachwerkhäuser mit alten Hausinschriften, geschnitzten Türen, reicher Bauzier in den Ständerbalken und Geschossgebälk. Früher befand sich in fast jedem Haus eine Handwerker-Werkstatt oder ein Ladengeschäft. Im Haus Nr. 19 war die ehemalige Schule für die Kinder der etwa 70 jüdischen Familien Rotenburgs (1885).
Altstadtstrasse »Türkei«
Im Anschluss an den Zirbesbrunnen öffnet sich eine schmale Gasse mit vielen aneinanderklebenden kleinen Fachwerkhäusern. Hier handelt es sich um die sogenannte »Türkei«. Einst lebte hier die Familie Türk, die sich durch ihren unglaublichen Kinderreichtum auszeichnete. Kinder fanden in dieser Straße immer jemanden zum Spielen. Auch erzählt man sich, dass einer der Landgrafen sich eine Frau von einem der Kriegszüge mitbrachte. Diese wohnte künftig in der kleinen Gasse mit Blick auf das Schlosstor – so konnte der Landgraf schnellen Schrittes zu seiner Geliebten gelangen.











