Historische Gebäude

Zeugen einer bewegten Stadtgeschichte

Die historische Altstadt von Rotenburg an der Fulda lädt zu einer spannenden Reise in vergangene Zeiten ein. Zahlreiche sorgfältig erhaltene oder liebevoll restaurierte Bauten erzählen von der bewegten Geschichte der Stadt, von Adelsfamilien, Handwerk und Handel bis hin zu bedeutenden Persönlichkeiten. Ob bei einem gemütlichen Stadtbummel oder einer geführten Tour – hier trifft mittelalterliches Flair auf hessische Gastfreundschaft.

Sollten Ihnen Informationen fehlen, helfen wir auch gerne persönlich weiter: Tel: 06623 5555 | E-Mail: tourist-info@rotenburg.de

Marktplatz Rotenburg a.d. Fulda

Rathaus und Marktplatz

Den Mittelpunkt der historischen Altstadt bildet der in seiner ursprünglichen Form erhaltene Marktplatz mit dem Rathaus. Der in den Jahren 1597–1598 errichtete prächtige Renaissancebau des Rathauses wies eine Besonderheit auf. Den Giebel zierte eine überlebensgroße Steinfigur, die den heiligen Jakobus darstellte. Nach schweren Beschädigungen während des 30-jährigen Krieges wurde 1656 das Rathaus ausgebaut und erhielt einen Fachwerkgiebel ohne die Steinfigur. Aus dieser Zeit stammen auch noch die Antrittspfosten des spätbarocken Treppenhauses.

TIPP

Lauschen Sie dem Glockenspiel am Rathaus zu folgenden Zeiten:
9:31 Uhr, 11:31 Uhr, 15:31 Uhr und 18:31 Uhr.

Aktuell aufgrund von Wartungsarbeiten leider nicht abspielbar.

Jakobikirche

Die erste Nachricht über die Altstädter Jakobikirche stammt aus dem Jahr 1495. Die Vorgängerkirche, von der einzelne Fundamente erhalten sind, entstand vermutlich zusammen mit der Stadt Rotenburg kurz vor 1200. Die Jakobikirche ist als zweischiffige spätgotische Hallenkirche gebaut. Der Innenraum ist geprägt durch die zahlreichen Einbauten, die eingeschossige Empore im Seitenschiff, die zweigeschossige Empore im Westen des Langhauses und die Chorempore im Osten mit der Orgel von Jost Schäffer aus dem Jahr 1682. Der von sechs korinthischen Säulen getragene Altar wurde 1581 für die Kapelle des Rotenburger Schlosses geschaffen und kam 1790, als die Schlosskapelle abgerissen wurde, in die Jakobikirche. 1663 entstand die Kanzel. Rechts neben der Eingangstür befinden sich mittelalterliche Maßangaben. Im Turm läuten fünf Glocken, deren älteste aus dem Jahr 1482 stammt und somit eine der ältesten Glocken Deutschlands ist.

Jakobikirche - Rotenburg a.d. Fulda
Touristinfo - Rotenburg a.d. Fulda

Haus Marktplatz 2

August Friedrich Christian Vilmar (* 21. November 1800 in Solz bei Bebra, Hessen; † 30. Juli 1868 in Marburg) war ein konservativer lutherischer Theologe. Von 1824 bis 1827 wohnte Rektor Vilmar in diesem Haus. Vilmar war seit 1855 Professor an der Philipps-Universität Marburg, vorher Gymnasiallehrer in Hersfeld sowie von 1833 bis 1850 Direktor des kurfürstlichen Gymnasiums in Marburg (heute das Gymnasium Philippinum), und kurhessischer Staatsrat. Er wurde auch als Literaturhistoriker bekannt (Geschichte der deutschen Nationalliteratur, 1. Aufl. 1845, 27. Aufl. 1911). Während seines Studiums wurde er 1818 Mitglied der Alten Marburger Burschenschaft Germania. Vilmar war 1831/32 Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung für Hersfeld und 1852–1854 Mitglied der 1. Kammer.
Vilmar wurde zu einem der Anführer gegen die unter preußischer Besatzungsregierung vorgenommene Unierung der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen, aus der heraus sich schließlich die Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Konfession in Hessen verselbständigte.

Geburtshaus Dr. Bernhard Christoph Faust

Dr. Bernhard Christoph Faust (*1755, †1842). An dieser Stelle stand das Geburtshaus des späteren fürstlichen Leibarztes von Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe und Gräflich-Schaumburg-Lippischen Hofrat in Bückeburg. Er erlangte weltweite Anerkennung mit seinem »Gesundheitskatechismus « zum Gebrauch in Schulen und zu Hause. Hier gab er Anleitungen zur Gesundheitserziehung. Weiterhin führte er die Pockenimpfung ein. Seine Verdienste um die Entwicklung der Leibesübungen waren seiner Zeit weit voraus.

Geburtshaus Bernhard Christoph Faust
Bürgerturm - Rotenburg a.d. Fulda

Bürgerturm

Er diente, genau wie der Hexenturm, nachdem er als Stadtbefestigung bedeutungslos geworden war, als Gefängnis.

St. Georg Kapelle

Wahrscheinlich handelt es sich hier um das älteste Gebäude der Altstadt. Bereits im 14. Jhdt. wurde das Haus in eine Kapelle umgebaut. Der Platz davor war ein Friedhof. In der Kapelle wurden Trauergottesdienste abgehalten. Ebenfalls diente es als Hospital. 1352 wurde bei der Kapelle ein Kollegialstift gegründet in welchem die Geistlichen nach ordensmäßigen Regeln in einem »Kanon« lebten. Dies bedeutete, dass sie ohne klösterliche Entsagungen zusammenleben konnten.

St. Georg Kapelle - Rotenburg a.d. Fulda
Alte Wache - Rotenburg a.d. Fulda

Alte Wache

Repräsentativer Bau mit Säulenportal, der den Marktplatz optisch nach Süden beschließt. Die Wachen an den drei Stadttoren und die Stadtwache hatten hier bzw. im Vorgängerbau ihr Wachlokal.

Erstes Hospital

Das ehemalige »Krankenhaus« wurde im Jahr 1835 erbaut und in den letzten Jahren grundsaniert. In den ersten Jahren diente es als Lazarett für die in Rotenburg stationierten Husaren. Danach war es das erste Krankenhaus der Stadt Rotenburg. Schnell reichten die Kapazitäten nicht mehr aus und das Krankenhaus wurde geschlossen. Die Verpflegung der »Kranken« erfolgte durch den im Haus wohnenden Landwirt »Hein«.

Erstes Hospital - Rotenburg a.d. Fulda
Kleinlandwirt - Rotenburg a.d. Fulda

Kleinlandwirt

Ein Kleinst-Bauernhof, der armen Handwerkern in der beengten Altstadt noch ein Zubrot ermöglichte. Die Türgrößen deuten auf Hühner, Ziegen und Schweine hin, Heu und Stroh lagen auf dem Dachboden. Die Kuh wurde im Parterre des Wohnhauses gehalten.

Hexenturm

Er diente erst als Gefängnis für Hexen und später als Folterkammer und Gefängnis für Diebe. Überlieferungen zufolge saß die letzte Hexe 1739 ohne jegliches Gerichtsverfahren im Turm. Dort ließ man die angebliche Hexe Christine aus Erkshausen verhungern. Durch die untere Luke wurden die Gefangenen in den Turm gelassen, durch ein Loch in der Decke des unteren Turmraums warf man die Nahrung herab.

Hexenturm - Rotenburg a.d. Fulda
Obertor - Rotenburg a.d. Fulda

Obertor

Das Obertor diente wie auch das Untertor zur Stadtbefestigung und wurde ebenfalls im Jahr 1200 erbaut. Ein erster Umbau erfolgte im Jahr 1290, der Abriss um 1830.

Ehem. Rentamt (Breitenstr. 24)

Aufwendig geschnitztes Renaissance-Portal mit breiten Ranken-Ornamentstreifen, Diamantquaderung und grotesken Köpfen im Fries.

ehemaliges Rentamt - Rotenburg a.d. Fulda
Hofapotheke - Rotenburg a.d. Fulda

Hof-Apotheke

Im Jahr 1684 gründete Lucas Möller die Hirsch-Apotheke. 1776 verleiht Landgraf Friedrich II. der Hirsch-Apotheke das Real-Privileg und die Bezeichnung Hof-Apotheke. Die reich geschnitzte Inneneinrichtung aus dem Jahr 1903 verleiht der Hof-Apotheke auch heute noch einen ganz besonderen Charme.

Ältestes Wohnhaus (Breitenstr. 39)

Vermutlich unmittelbar nach dem Stadtbrand 1478 erbaut und bei späteren Stadtbränden verschont geblieben. Das Untergeschoss (Parterre und Stockwerk darüber) als Ständerbau, das Obergeschoss (2. Stock und Giebel) ragt in die Straße hinein und schafft so mehr Wohnraum. Reiche Balkenverzierung.

Ältestes Wohnhaus - Rotenburg a.d. Fulda
Kreisheimatmuseum - Rotenburg a.d. Fulda

Kreisheimatmuseum

Im Vorhof des Schlosses steht das sog. »Weiße Haus«, in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Das Weiße Haus diente früher dem Gesinde und den Landgräfinnen vor der Niederkunft und den Wöchnerinnen als Wohnräume. Im Jahre 1835 endete die Rotenburger Quart. Die erdgeschichtliche Ausstellung im Heimatmuseum zeigt Sandsteinplatten mit den Tritt-Spuren von Kleinsauriern aus dem Perm-Zeitalter. Zu sehen sind außerdem Kupferstiche früherer Stadtansichten, Waffen und umfangreiches Kartenmaterial aus dem 17. Jahrhundert. Ein wichtiger Aspekt liegt in dem Bemühen, die Lebensbedingungen und Entfaltungsmöglichkeiten der in der Region Rotenburg wohnenden Menschen zu dokumentieren.

Öffnungszeiten:
Mittwoch, Freitag und Sonntag 14:00–17:00 Uhr
Weitere Informationen: Tel. 06623 914696
Webseite: www.kreis-heimatmuseum-rotenburg.de

Marstall

Der Marstall wurde ab dem Jahr 1612 erbaut. Ein erster Umbau erfolgte bereits 1619 in Fachwerkbauweise. Es handelt sich um einen schlichten zweigeschossigen Renaissancebau mit drei rundbogigen Sandsteintoren. Als Bestandteil der Schlossanlage diente er als Pferdestall, Fürstliche Kanzlei und Bedienstetenwohnung. Ab 1837 war das Justizamt im Marstall untergebracht. Weiterhin fungierte er von 1933–45 als Sitz einer Stammabteilung des Reichsarbeitsdienstes von 1939-1945 als Notunterkunft für Teile der Jakob-Grimm-Schule. Nach 1945 diente er der Unterbringung von Flüchtlingen, als Werkstätte und Schürzenfabrik, Möbelverkaufs- und Sarglager; 1981–1986 Umbau zur Ausbildungsstätte der Hessischen Straßenbauverwaltung.

Marstall - Rotenburg a.d. Fulda
Marstall (Fuldaseite) - Rotenburg a.d. Fulda

Fuldaflügel des Marstalls

Der Fuldaflügel wurde 1570–1603 mit dem Marstall erbaut und 1619 wieder zerstört. Nach dem Wiederaufbau 1632 wurde der Flügel als Pferdestall genutzt. Im Obergeschoß nutze man Kammern für die »Reisigen« und Pferdknechte. Ab dem Jahr 1880 befand sich die Königlich Preußische Wasserbauverwaltung im Obergeschoss. In den Jahren 1933–45 residierten hier Teile der RAD-Truppführerschule. 1980–86 Umbau zur Ausbildungsstätte der Hess. Straßenbauverwaltung.

Landgrafenschloss

Das Schloss in seiner heutigen Form – jetzt Sitz der Finanzschule des Landes Hessen – stammt aus verschiedenen Epochen. Um einen quadratischen Innenhof standen einst die vier Flügel des landgräflichen Schlosses unmittelbar am Ufer der Fulda. Mit dem Bau des heutigen Schlosses begann der hessische Landgraf Wilhelm IV. im Jahr 1570. Erst 37 Jahre später wurde in der Herrschaftszeit von Landgraf Moritz das Schloss im Baustil der Renaissance vollendet. Von der ursprünglichen Vierflügelanlage mit vier charakteristischen Treppentürmen in den Hofwinkeln sind nur noch drei Flügel erhalten geblieben. Nach Osten ist die heutige Anlage offen. Die Gebäude sind zwei- oder dreigeschossig. Das zweite Obergeschoß aus Fachwerk ist nachträglich aufgestockt worden. Der Südflügel hat am weitesten seinen ursprünglichen Renaissancestil bewahrt. Der Nordflügel wurde anstelle des mit der Schlosskapelle abgerissenen Renaissanceflügels nach 1790 im zeitgemäßen Empirestil gebaut. Sehenswert ist vor allem die über zwei Geschosse reichende alte Bibliothek. Die Bücher befinden sich heute im Kloster Corvey bei Höxter.

Landgrafenschloss - Rotenburg a.d. Fulda
Steinernes Haus - Rotenburg a.d. Fulda

Steinernes Haus (Steinweg 1)

Am Eingang der Neustadt, dicht an der Brücke, steht ein dreigeschossiges massives Bauwerk, das sogenannte »steinerne Haus«. Wahrscheinlich ist es ursprünglich ein wehrhafter Bau zur Sicherung des Fuldaübergangs gewesen. 1381 als Wohnsitz der Kanoniker des Rotenburger Stiftes (errichtet 1357) genannt, beherbergte es auch die Stiftsschule. Nach 1593, im Zuge der Reformation, wurde es an einen hohen Bedienten des Landgrafen verkauft. Unterhalb des schönen Giebelgebälks an der Ecke des Hauses, kauert ein kleiner Mönch aus Stein und blickt flussaufwärts, als ob er den Fluss überwacht. Über dem Hausportal befindet sich ein Doppelwappen. Beim sogenannten Steinernen Haus handelt es ich um einen dreigeschossigen Massivbau das in den Jahren 1356/1357 auf einem Vorgängerbau mit Keller aus dem Jahr um 1200 erbaut worden ist. Um 1368 wurde die Stiftsschule eingerichtet. Der Fachwerkaufbau erfolgte um 1700. In seiner Funktion diente es bis 1530 der Stiftsherrschaft und der Stiftsschule. Danach fungierte es als Bürgerhaus und von 1846-1895/98 als Apotheke. Bereits seit 1906 war in den unteren Räumen ein Gemischtwarengeschäft.

Jüdisches Museum in der ehem. Mikwe

Dem Besucher begegnen hier die freigelegten Reste des Grundwasser-Tauchbeckens eines jüdischen Ritualbades aus dem 17. Jahrhundert und ein »modernes« Tauchbad von 1835 mit Veränderungen im Jahr 1925. Die Dauerausstellung im oberen Geschoss zeigt authentische Zeugnisse jüdischen Lebens aus der Stadt Rotenburg an der Fulda und Umgebung – unter dem Motto »Was übrig blieb«.

Öffnungszeiten:
Mai–Oktober am 1. Sonntag im Monat,
15:00 Uhr, ganzjährig
jederzeit per Anmeldung.
Herr Dr. Heinrich Nuhn,
Brauhausstr. 2
Tel. 06623 2482,
Web: mikwe.hassia-judaica.de

Mikwe - Rotenburg a.d. Fulda
Neustadtstraße - Rotenburg a.d. Fulda

»Neustadtstrasse 8« Spätgotisches Fachwerkhaus

Dieses Haus wurde um 1500 erbaut. 1548 wohnte hier der Chorherr und Magister Kurt Nesenheim. Dieser hatte in der Stiftskirche einen Altar des Erzengels Gabriel errichtet. Im Keller des Hauses befand sich ein Brunnen, dieser wurde aber zugeschüttet.

Stiftskirche

Mit dem Bau der Stiftskirche St. Maria und Elisabeth für das Kollegiatstift Rotenburg wurde 1370 begonnen. Die endgültige Fertigstellung dauerte jedoch weit über 100 Jahre bis 1530. Zwischenzeitlich wurde zwar der Chor und zwei Langhausjoche fertiggestellt – dann jedoch ruhten weitere Arbeiten. Ab 1822 wurden zwei der fünf Joche abgerissen und weitere Umbauarbeiten fanden bis 1892 ihren Abschluss. Auch im Jahr 1992 fanden Umbauarbeiten statt. Auch heute noch befindet sich ein spätgotischer Taufstein sowie die Gruft der Landgrafen von Hessen mit einem Spätrenaissanceportal von 1651 in der Kirche. Beigesetzt wurden hier Landgraf Hermann und seine Gemahlin Kunigunde Juliane von Anhalt-Zerbst.

Stiftskirche - Rotenburg a.d. Fulda

Neustädter Schule (Steinweg 9)

Das dem Rotenburger Stift zugehörige Schulgebäude wurde der Stadt im Jahre 1837 geschenkt. Die Stadt verpflichtete sich, das Gebäude zu unterhalten und den Lehrer zu besolden. Außerdem wurde per Abkommen mit dem Stift vereinbart, dass nach Schulschluss der Konfirmandenunterricht in dem Schulgebäude stattfindet. Der Balkon ist spätes 19. Jahrhundert. Das Haus wurde im Frühjahr 2000 grundsaniert.

Ehemalige Jüdische Elementarschule – Brotgasse 19

An dieser Stelle stand eine jüdische Elementarschule. Im Schuljahr 1868/69 lernten hier 46 Kinder, 1880 waren es 68, 1890/91 noch 51 beziehungsweise 42 Kinder. 1908 nur noch 22 Kinder. 1913 wurde die Elementarschule aufgelöst, danach wurde in Rotenburg noch jüdischer Religionsunterricht erteilt. 1934 gab es noch 12 schulpflichtige Kinder in der Gemeinde. Damit war sie die größte jüdische Schule im ehemaligen Kurhessen. Die Seitentür war der Eingang zur Synagoge, die hinter der Schule lag. Diese wurde 1738/39 erbaut. Im Jahr 1924 fand eine Renovierung statt. In den Novemberpogromen wurde die komplette Inneneinrichtung zerstört und geschändet. Im Jahr 1947 wurde die Synagoge abgerissen.

Alte Landvogtei (Steinweg 9)

Massives zweigeschossiges Untergeschoss und mehrstöckiges Fachwerk-Obergeschoss mit Motiven der Weserrenaissance. 1555 als Privathaus für den hiesigen Amtmann (heute dem Landrat vergleichbar) gebaut. Ab etwa 1600 im Besitz des Landgrafen Moritz. Später Einrichtung als Landvogtei (Verwaltungs- und Gerichtssitz), seit 1880 wieder in Privatbesitz.

Haus Steinweg 22

Dies ist das Geburtshaus von Franz König, welcher hier am 16.02.1832 geboren wurde. König studierte Medizin an der Philipps-Universität Marburg und der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Seit dem 26. November 1851 war er Mitglied des Corps Teutonia Marburg – einer Studentenverbindung der Universität Marburg. Über Marburg und Homberg (Efze) ging er an das Landeskrankenhaus in Hanau. Im Alter von 37 Jahren folgte er 1869 dem Ruf der Universität Rostock auf den Lehrstuhl für Chirurgie. Nach 6 Jahren wechselte er als Professor an die Georg-August-Universität in Göttingen. Im Jahr 1895 ging er an die Berliner Charité. Hier wurde er zum Geheimen Medizinalrat ernannt. Er verstarb 1910 in Grunewald bei Berlin.

Untertor

Das Untertor diente der Stadtbefestigung. Es handelte sich um eine Doppeltoranlage, die bereits im Jahr 1200 angelegt wurde. Eine erste Erneuerung erfolgte im Jahr 1290. Im Jahr 1805 wurde das innere Tor durch ein Gittertor ersetzt. Um 1825 wurde das Untertor abgerissen.

Schabbesbalken an Fachwerkhaus – Untertor 2

Zum Parkplatz hin, oberhalb der 2. Etage des Hauses Untertor 2, befindet sich ein sogenannter Schabbesbalken. Die jüdischen Einwohner hatten nach Abriss des Untertors die Genehmigung erhalten, dieses durch eine symbolische Stadtbegrenzung zu ersetzen: eine über die Straße schwenkbare Latte. Während des Schabbes/Sabbat, des Ruhetages von Freitag- bis Samstagabend, durften sich die Rotenburger jüdischen Einwohner – gemäß ihren Religionsgesetzen – nicht mehr als 1200 Meter von der so markierten Stadtgrenze entfernen.

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© 2025 Magistrat der Stadt Rotenburg a. d. Fulda | Tourist-Information
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